innogy Forum Energieeffizienz:
Daten schneller als Echtzeit

Wie „tickt“ die Welt im Jahr 2030? Mit dieser Frage hat sich das innogy Forum Energieeffizienz im Dortmunder U auseinandergesetzt. Rund 300 Gäste begaben sich dabei auf die gedankliche Reise in die Zukunft. Dabei wurde klar: Sie ist näher als man denkt.

Interview mit Zukunftsforscher Sven Gábor Jánzsky

Dr. Dietrich Gemmel, Leiter Privatkunden Deutschland der innogy SE, warf zunächst einen Blick zurück ins Jahr 1981, als Pink Floyd auf der „The Wall“-Tournee Station in Dortmund machte. Doch während die Lieder der Popband nach wie vor Klassiker seien, gelte das für den Walkman, der aus derselben Zeit stamme, nicht mehr. Ihn hat die technische Entwicklung längst eingeholt. Den rasanten technischen Fortschritt beschrieb auch Martin Herrmann, Vorstand Vertrieb innogy SE. Die erneuerbaren Energien würden immer leistungsfähiger, die Netzintegration und passgenaue Lieferung an die Kunden sei eine der größten Herausforderungen in der neuen Energiewelt. Um die Klimaschutzziele zu erfüllen, sei neben der Stromwende auch eine Wärmewende und eine Mobilitätswende notwendig. innogy sei für diese Herausforderungen bestens aufgestellt.

Leben in der Stadt der Zukunft

Wie das umweltgerechte und IT-gestützte Leben und Wohnen in Smart Cities aussehen kann, illustrierte Zukunftsforscher Sven Gábor Jánzsky vom Trendforschungsinstitut 2b AHEAD ThinkTank. Die Digitalisierung werde die Welt bereits in den kommenden zehn Jahren deutlich verändern. Die Grundlage dafür seien Daten – allerdings nicht in Echtzeit, sondern noch schneller. „Predictive“ sei die Maxime: Passgenaue Prognosen, die Verkehrsflüsse, die Produktion von Waren und alle weiteren Lebensbereiche im Voraus planbar und beeinflussbar machen. Der Mensch werde nach Maschinen mit künstlicher Intelligenz zur zweitintelligentesten Spezies auf der Erde. Aber: Die Entwicklung nutze ihm. Erste Studien zeigen: Mit künstlicher Intelligenz lassen sich Krankheiten wie Lungenkrebs zwei Jahre früher und zu 50 Prozent zuverlässiger diagnostizieren als durch menschliche Ärzte.

Im Anschluss an den Keynote-Vortrag erläuterte Dr. Markus Lammers, Leiter B2B Deutschland innogy SE, im Energytalk mit Moderatorin Steffi Neu, individuelle Energielösungen für Wohnquartiere.

Interview Professor Lienkamp (TU München) zur Elektromobilität

Auf den Straßen wird auf jeden Fall bald nichts mehr ohne Elektrofahrzeuge gehen, stellte Prof. Dr. Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik an der Technischen Universität München in seinem Vortrag fest. Bereits die neuen CO2-Grenzwerte von 95 g/km, die die EU im Jahr 2020 einführt, seien nur mit Verbrennungsmotoren nicht mehr erreichbar. 50 Prozent aller Fahrzeuge in Deutschland würden pro Tag weniger als 250 Kilometer fahren und könnten ohne weiteres gegen Elektrofahrzeuge ausgetauscht werden. Dem kommt zugute, dass die Batterien zunehmend günstiger werden. Die Autohersteller sind gefordert, die passenden Lösungen zu bieten. Denn: „Wenn der Markt nicht liefern kann, wird der Kunde warten“, so Professor Lienkamp in seinem Fazit.

Gute Ideen für die elektromobile Zukunft hat der erstmals verliehene eMobility Award hervorgebracht. Die Preisträger präsentierten eine Ladelösung, die zum Fahrzeug kommt, ein System, dass die Kommunikation unter verschiedenen Stromverbrauchern verbessert, sowie eine Kombination von Bushaltestellen mit Ladepunkten.

Energieeffizienz im Unternehmen

Energieeffizienz in der Praxis präsentierten Alexander Garbar und Jan-Christoph Maaß von der Duisburger Hafen AG. Dazu zählt unter anderem die Ausstattung von Dach und Fassadenflächen mit Solarfolien von Heliatek, die Strom erzeugen, durch ihr geringes Gewicht die wenig tragfähigen Decken von Lagerhallen allerdings nicht belasten. In der abschließenden Diskussion warfen Garbar und Maaß schließlich mit Professor Dr. Viktor Grinewitschus von der EBZ Business School und dem Chief Information and Innovation Officer der Stadt Dortmund, Dr. Jan Fritz Rettberg, einen Blick auf den Status der Energiewende. Noch seien die Ziele nicht erreicht, die Potenziale dazu allerdings gegeben. Rettberg lobte vor allem die Fortschritte der Mobilitätswende in Dortmund: „Hier schlägt das Herz der Elektromobilität.“